Nachts ist alles anders
Nachdem ich gestern mal wieder beim Rollenspiel war, bin ich erst um halb 12 an der Uni losgefahren. Und wie man sich bei der Uhrzeit denken kann, war es dunkel.
Ich fahre gerne im Dunkeln. Und warum? Weil die Atmosphäre so schön ist. Die normalerweise belebten Straßen sind leer. Wo normalerweise Berufsschüler auf meinem Fahrradweg stehen, komme ich ohne Probleme durch und kein Fußgänger verwechselt Fahrrad- mit Fußweg. Oder läuft auf dem Fahrradweg, damit der Hund auf dem Fußweg genug Platz hat (Yorkshire-Terrier, keine Bulldogge).
Nachts stelle ich mir immer gerne vor, wie es wohl wäre, wenn ich der einzige Mensch in der Stadt wäre. Ansatzweise romantisch, interessant und aufregend, aber wenn ich den Gedanken fertig denke immer ziemlich gruselig. Ich hab ganz eindeutig zu viele Fantasybücher gelesen
Gerade gestern war es auch schön kühl im Vergleich zu dem schwülwarmen Tag. Bei den Vorgärten wo ich lang komme, habe ich im Schein einer Laterne einen Igel gesehen. Leicht verängstigt, so ein Fahrrad ist er wohl nicht gewöhnt.
In einem anderen Vorgarten konnte ich hinter der Mauer Hecke, wohl motiviert durch die vielen nationalstolzen Fähnchen, eine Bayernfahne flattern sehen, groß mit dem Abbild Ludwig II.. Heute wird auch alles rausgehängt, Hauptsache man zeigt damit worauf man stolz ist. Und wenn es der Erbauer des Märchenschlosses Neuschwanstein ist
Nur den unbeleuchteten letzten Teil meines Weges fahre ich ungern. Ich habe zwar Licht am Fahrrad, aber ich mag es nicht, wenn ich die Spinnennetze mitnehme, die eine fleißige Spinne über den Weg gespannt hat, oder wenn mich irgendwelche Insekten im Konfrontationskurs treffen. Vor allem wenn es wehtut, weil die so groß sind, mag ich das nicht.
Aber wenn ihr das nächste Mal nachts unterwegs seid (mit dem Fahrrad oder zu Fuß) einfach mal drauf achten, wie sehr sich alles verändert, wenn so wenige Menschen unterwegs sind. Das ist wirklich eine schöne Sache

Michael Karl says:
Ja, Nachts ist die Welt am Schönsten. Bei Gelegenheit basteln wir dir eine abnehmbare Kopflampe an den Helm. Dann siehst du wenigstens wo du gleich drin hängst und kannst auch mal beleuchtet guggen.
Juni 24th, 2008 at 14:59
Ela says:
*lol* ne danke… bis jetzt hab ichs ja überlebt, ich sollte mich einfach mal an den Gedanken des Abenteuers gewöhnen
Juni 24th, 2008 at 15:02
moni says:
… das du das nach stundenlagem rollenspiel nicht eh schon auf die reihe bringst enttäuscht mich ja schon fast …
Juni 24th, 2008 at 17:09
Ela says:
Ich war doch gerade wieder in der harten aber sicheren Realität angekommen
Juni 24th, 2008 at 17:37
moni says:
ich bin mir nicht sicher ob die harte realität heutzutage noch sicher ist. vorallem wenn man als frau nachts alleine unterwegs ist. und wenn einem dann auch noch insekten und spinnennetze in den weg geraten …
Juni 24th, 2008 at 18:12
Ela says:
Oder das Graffiti unter der Brücke, das nachts immer so aussieht, als stünde da jemand
Juni 24th, 2008 at 18:23
hili says:
die nacht ist was schoenes. alles ist so friedlich und die welt erscheint in einem anderen licht ( habe heute meinen poetischen
)
die paar insekten haust du locker weg ela
Juni 24th, 2008 at 21:19
moni says:
der kampf ist eröffnet: ela vs. insekten
Juni 24th, 2008 at 21:59
Ela says:
Juni 24th, 2008 at 22:01
Michael Karl says:
Insekten bringen auch Eiweiß…
Juni 26th, 2008 at 09:05
Ela says:
Brauch ich Eiweiß?
Juni 26th, 2008 at 16:40