August 27th, 2008

15 Jahre

Posted in Gesundheit by Ela

Heute ist es soweit. Ich hab ein Jubiläum zu feiern. Keine Angst, ich werd nicht erst 15 (Mitlesende werden wissen, dass ich 22 bin).

Aber heute ist es auf den Tag genau 15 Jahre her, dass ich mein neues Herz bekommen habe.

Ich war erst 7 Jahre alt und kann mich an vieles auch nicht mehr erinnern, aber es gibt so Momentaufnahmen, die ich dazu noch in meinem Kopf habe.

Z.B. hatten meine Mum und ich Pizza bestellt. Für mich als 7jährige eh was aufregendes und ich war auch erst wenige Wochen aus dem Krankenhaus zurück. Die hatten erst Lieferprobleme und unsere Pizza kam später als erwartet. Gerade hatte ich mir ein Stück rausgeschnitten und auf der Gabel, da klingelte das Telefon. Und irgendwie hielt ich mit der Gabel inne und wartete erst mal drauf, wer der Anrufer war. Und dreimal dürft ihr raten. Es war das Krankenhaus, die haben ein Herz für mich.

Gutwar in dem Fall, dass ich so gut wie nüchtern ins Krankenhaus gekommen bin, das hätte wesentlich schlimmer sein können.

Ein weiteres Bild, das ich bei der Sache im Kopf habe, ist wie ich damals mit meiner Mum in unserem Mietshaus im Foyer stand und wir auf den Krankenwagen gewartet haben. Irgendwie wurden nämlich die bayrischen Rettungsdienste benachrichtigt (wir wollten ins Krankenhaus nach München), die fanden sich aber nicht zuständig, da wir in Ulm einem Ort in Baden-Württemberg wohnten. Hatten es aber auch nicht nötig den BaWülern Bescheid zu sagen. Die Tochter einer Nachbarin wartete mit uns da unten. Und irgendwie haben wir es dann doch noch rechtzeitig geschafft.

Nächstes Bild. Ich liege auf einer kalten Trage und die schieben mich durch die weißen sterilen Gänge zu den Voruntersuchungen (Größe, Gewicht, Blut abnehmen, Zugang legen usw.). Und ich hab den Lieblingsteddy von meinem Bruder mit. “Ted” hieß der. Ich weiß gar nicht ob er ihn noch hat.

Nächstes und letztes Bild. Die heben mich durch eine Art Durchreiche. Alles ist irgendwie weiß und klinisch silbern. Ich hab nur noch so ‘nen olles Krankenhaushemd an. Die Leute, die mich “in Empfang nehmen” trugen glaube ich weiße Kittel und hatten alle noch ihren Mundschutz auf. Der Teddy kam auch mit in den OP.

Meine nächsten Erinnerungen sind glaube ich ein paar Tage später. Ich höre Stimmen (Meine Mum, mein Vater,  Ärzte, Schwestern, ich kann es nicht identifizieren. Ich schiebe meine Augenlider mit meinen Händen auf, alleine haben die noch nicht die Kraft. Ich mein, meinen Vater und meine Mutter gesehen zu haben, aber genau kann ich mich nicht erinnern. Aber der Teddy hat genauso einen Bauchverband, wie ich habe.

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6 comments

  1. Michael says:

    Ja, den hab ich noch. :smile:

    August 27th, 2008 at 17:16

  2. moni says:

    … ich will nicht viel dazu sagen ausser: ich bin einfach unheimlich dolle froh dich zu haben …

    August 27th, 2008 at 17:28

  3. Ela says:

    @Michi: :lol: Klasse :D
    @Moni: Ich sag mal einfach: Ich bin auch froh, dass es mich noch gibt :D

    August 28th, 2008 at 11:45

  4. tshalina says:

    Ich finde es toll, was die Medizin schon vor so vielen Jahren zu leisten vermochte! :) Und? Lebt es sich gut oder mußt du Abstriche machen? Ich wünsche dir auf alle Fälle weiterhin viele viele glückliche und gesunde Jahre!!!

    August 29th, 2008 at 09:59

  5. Ela says:

    Danke sehr :grin:
    Für mich zählt eigentlich nur, dass es wesentlich besser ist, als vor der Transplantation. Das ist eigentlich womit ich es vergleiche (vergleichen möchte). Aufgrund von dem was ich vorher hatte, war ich z.B. erst nach der OP das erste Mal in meinem Leben “aus der Puste”.

    Es gab Zeiten, in denen ich mich furchtbar eingeschränkt fühlte (v.a. durch regelmäßige Medikamenteneinnahme und Kontrollen), aber gerade im Moment bin ich eigentlich sehr zufrieden, weil ich auch das Glück habe, dass es mir sehr gut geht und ich ohne Komplikationen lebe.

    Ich finds übrigens schön, wenn sich Leute hier trauen zu kommentieren. Ich beantworte gerne Fragen und wer sich hier nicht traut, kann mich auch gerne über Mail anschreiben :)

    August 29th, 2008 at 13:20

  6. Mum says:

    15 Jahre ist das her für mich ist es wie gestern.
    Für mich als Mutter das Schwerste: das Gefühl mich während der Zeit nicht genug um Elas Bruder gekümmert zu haben, hoffe wir konnten hinterher viel wieder aufholen.
    Für mich als Mutter das Schönste: ich hab ein schwerkrankes Kind das ich im Rollstuhl durch die Gegend schieben musste und das immer starke Schmerzen hatte mit vielen Bedenken in die Hände vom transplantierenden Krankenhaus gegeben und habe ein operiertes Kind zurückbekommen, das nach kurzer Zeit schon rennen konnte, Sport machen und viele andere Dinge die vorher nicht möglich waren. Natürlich habe auch ich wie viele in unserer Familie einen Organspendeausweis, ich habe diesen Ausweis nicht weil ich glaube das irgendjemanden schuldig zu sein, sondern weil ich gesehn habe wie sehr man anderen damit helfen kann. Nicht jeder hat das Glück gesund zu sein und wenn ich sterben muss, will ich helfen.
    In meinem Herzen wird auch immer Platz für die Eltern sein, die damals der Organspende zugestimmt haben als ihr eigenes Kind verstarb.Ein einfaches Danke reicht da nicht….

    August 30th, 2008 at 05:32

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