Typische Kinobesucher
Ich gehe eigentlich gerne und so oft wie möglich ins Kino. Ich mag die Atmosphäre, die Filme auf Großleinwand in denen man total versinken kann und die Geschichten die auf ebendieser Leinwand erzählt werden.
Wenn man aber öfter dort zu finden ist, dann fallen einem mit der Zeit gewisse Regelmäßigkeiten bzw. gewisse Typen von Kinobesuchern auf. Und auch wenn ich annehme, dass in der weiten Welt des Internets irgendwo schon so eine Liste von Klischeekinobesuchern existiert, so möchte ich doch meine eigenen Beobachtungen niemandem vorenthalten
Die erste Großgruppe sind die Teenies:
- Männl. Jugendliche, meist unter 16: Es geht meist drum, wer in der Gruppe der Coolste ist. Das äußert sich aber leider nicht in Hilfsbereitschaft, Rücksicht oder Freundlichkeit. Es zeichnet sich viel eher der aus, der am frechsten ist, am lautesten oder am vulgärsten. Und aus irgendeinem Grund wird Rülpsen als unheimlich erwachsen empfunden.
- Weibl. Jugendliche, meist unter 18: Sie sitzen in den hintersten drei Reihen (bevorzugt die allerhinterste im Zwielicht), Beine oftmals angezogen und auf dem Sitz abgestellt, gerne mit Popcorn bewaffnet. Sie kichern bei jedem halbwegs anzüglichen Witz. Sie kichern auch sonst. Und sie lästern. Über unbekannte Marias, Dagmars, Leas, Steffis, Claudias und Sabrinas.
- Gemischte Jugendliche unter 18: Egal ob es verschiedene Pärchen sind, die zusammen weggehen oder ob es die Clique ist, die einen Kinoausflug macht. Das Verhalten ist ähnlich. Die Jungs versuchen durch oben genanntes “cooles” Verhalten die Mädels zu beeindrucken. Das kann dann noch um so coole Sachen wie Pocorn werfen oder gegen die Sitze treten erweitert werden. Traurigerweise steigen die Mädels drauf ein und fühlen sich auch noch beeindruckt. Und kichern
Eine andere Großgruppe kann ich gar nicht benennen. Trotzdem gibt es aber noch mehr Klischeegruppen:
- Die Intellektuellen: Oder zumindest die, die sich dafür halten. Meist Studenten (und in diese Gruppe muss ich manchmal rechnen) oder ältere Teenies, die viel Freizeit haben und Kino ihr Hobby nennen. Gut vorbereitet schauen sie sich den Kinofilm an. Haben alle Kritiken gelesen, kennen bis auf die Nebendarsteller der zweiten Reihe alle Schauspieler mit kompletter Filmographie und im ganz schlimmen Fall können sie auch benennen welche Schauspieler die Synchronstimme noch spricht. Was sie am meisten auszeichnet ist, dass sie oftmals einen ebenbürtigen aber gelegentlich auch einen unterlegenen Freund/ Kumpel/ Partner dabei hat, den er/ sie während des ganzen Films mit Informationen zulabert. Er/ sie ist die flüsternde Stimme in eurem Rücken, wegen der ihr den Film nicht genießen könnt. Aber, wir meinen das gar nicht böse. Wir sind nur so begeistert von der Materie, dass wir uns nicht vorstellen können, dass das jemanden nicht interessieren könnte
- Vater-Sohn-Tag: Der Vater geht mit seinem Sohn (gelegentlich seiner Tochter) ins Kino. Weil seine Frau gesagt hat, er solle mal wieder Zeit mit seinem Sohn verbringen (es gibt auch den umgekehrten Fall Mutter-Tochter/Sohn, ist aber seltener). Die beiden kennen sich nicht gut. Er würde lieber in den Actionfilm gehen, aber sein Sohn ist erst 10. Der Sohn ist still, ob der ungewohnten Gegenwart seines Vaters. Meist gibt es auch ein Popcorn für den Sohn. Und ich übertreibe nicht. Ich habe schon öfter eine solche Konstellation beobachten dürfen und einmal hab ich wirklich erst nach Ende des Films, als der Sohn zum Vater sagte: “Können wir jetzt gehen?”, begriffen, dass die beiden zusammen da sind. Arme arme Welt!
- Meine persönliche Lieblingskategorie: Das ältere Pärchen. Meist ab 50 aufwärts. Vermutlich waren sie schon länger nicht mehr im Kino, aber haben beschlossen, dass sie mal wieder gehen weil eine Literaturverfilmung läuft oder die Neuauflage eines Klassikers, den sie damals auch schon im Kino angeschaut haben. Sie fühlen sich ein bisschen deplaziert und unwohl. Alles wirkt so groß, so schnell und so laut. Die vielen Menschen verwirren sie. Eine kleine Packung Popcorn holen sie sich trotzdem. Das gibts jetzt auch salzig. Aber den Film, den genießen sie dann doch. Diese Pärchen nerven niemanden und stören den Film auch nicht. Und wenn sie mich fragen, wo in diesem großen Kino die Toilette ist, dann helfe ich auch gerne weiter
