November 3rd, 2008
Ich laufe durch die Straßen und gelegentlich oft kommen mir dabei Gruppen von männlichen jugendlichen entgegen. Aber nicht irgendwelche. Es ist der herausgeputzte “aufgestylte” cool angezogene Teil der Bevölkerung. Nach der neuesten Mode, mit Haarschnitten, die an die früheren Fußballfanfrisuren Vokuhila oder den Out-of-bed-Look erinnern treten sie im Rudel auf. Und irgendwie scheinen sie in letzter Zeit alle das gleiche Deo/Duftwässerchen zu benutzen. Ich kann sie riechen, bevor ich sie sehe. Wenn wir auf gleicher Höhe sind, fühle ich mich wie in einer kleinen vollgestopften Parfümabteilung in der jeder Duft alle 15min automatisch sprüht. Und meine Jacke riecht noch nach dem Zeug, wenn ich sie daheim an die Garderobe hänge.
Ich weiß nicht, ob das früher irgendwie anders war. Seit ca. 3 Wochen geht es mir jedenfalls immer wieder so. Oder ist das die neue Axe-Aktion, bei der man 2 Deos kombinieren soll, weil sie dann nochmal neu riechen. Riechen dadurch vielleicht alle gleich?? *Verschwörungskomplotte aufdeck*
Schenkt mir eine Nasenklammer, aber bitte eine stylish glitzernde
November 1st, 2008
Freundin M. hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich dachte mir, ich gebs gleich mal an meine Leserschaft weiter.
Prototyp für neues Kunstherz weckt Hoffnung
Ich freu mich über solche Innovationen. Es wird zwar noch einige Jahre dauern, bis das ausgereift ist, aber es zeigt doch für die Zukunft einen Ausweg aus der Spenderproblematik. Es gibt soviele Menschen die auf ein Organ warten und zu wenig Menschen, die bereit sind ein Organ zu spenden. Damit meine ich nicht diejenigen, die sich bewusst dagegen entschieden haben. Deren Meinung respektiere und akzeptiere ich. Ich meine die Menschen, die sich nach Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende dafür entscheiden würden. Nur leider haben sie sich damit noch nicht beschäftigt.
Ich möchte auch noch dazu sagen, dass ich froh bin über jeden Menschen, der nicht stirbt!
So ein Kunstherz würde es allerdings ermöglichen viel mehr Leute zu retten. Und auch wenn der Gedanke jetzt noch seltsam ist, ein Kunstherz in sich zu tragen (ein Schritt näher am menschlichen Roboter), dann denkt mal an künstliche Hüften und Kniegelenke. Wer hätte sich das vor einigen Jahrzehnten vorstellen können?
Oktober 30th, 2008
Ich bin kein Scharf-Esser. Vor langer Zeit hat mich eine Freundin diesbezüglich mal als “kulinarisches Weichei” bezeichnet.
Ich bin aber gleichzeitig jemand, der gerne neue Sachen ausprobiert. Vor allem beim Essen (gerne aber auch andere Dinge). Das kann durchaus zu schlechten Erfahrungen führen, muss es aber nicht. Ich habe dadurch schon einige sehr leckere Sachen gefunden. Ich war z.B. jahrelang überzeugt, dass ich keine Zucchini mag. Im vergangenen Sommer mal wieder probiert – ich liebe das Zeug. Dasselbe mit gekochtem Blumenkohl.
Und so war ich neulich essen und hatte neben mir jemanden sitzen, die sich eine extrascharfe Soße dazubestellt hat. Ich mag kein scharf, das wissen wir ja schon. Probiert hab ichs trotzdem
Lange Rede, kurzer Sinn. Mir wurde wieder bestätigt, dass ich es nicht wirklich mag. Meine Fresse, das war scharf.
Wobei ich aber auch noch hinzufügen möchte, dass eine gewisse Schärfe lecker ist. Es gibt so eine leckere rötliche Asiasüßsauersoße (in einem Wort sieht das echt lustig aus) und die ist bei mir die Grenze. Ich esse die unheimlich gerne, nur nicht zuviel davon
Oktober 29th, 2008
Ich fahre gerne mit dem Fahrrad. Und ich fahre viel. Allerdings ungerne als Fahrradtour und eigentlich nur um von A nach B zu kommen.
Am Wochenende hatte ich ja – wie erwähnt – einen Zeichenkurs. Die vhs Augsburg ist ca. 10km von meinem Zuhause entfernt. Am Samstag bin ich die Hälfte bis zum Haus einer Freundin gefahren, wo ich mein Fahrrad abstellen konnte, und den Rest mit dem Bus. Sonntags fahren die Busse aber leider anders, was ich nicht beachtet hatte und so war der Bus gerade weg, als ich ankam.
Aber macht ja nix, ich fahr ja gern Fahrrad. Auch wenn es neblig, nass und kalt ist. Und so fuhr ich los.
Auf dem letzten Abschnitt gibt es einen unheimlich nervigen Teil, auf dem der Boden aus unebenem Kopfsteinpflaster besteht (Maximillianstraße für die hier ansässigen Mitleser). Kopfsteinpflaster ist unheimlich anstrengend zu fahren. Ich wollte da schnell runter. Vor mir fuhr ein schneckenlangsamer Bus. Wirklich langsam. Der hielt an der nächsten Haltestelle um einige Fahrgäste aufzunehmen und ich dachte mir: “Nutz die Gelegenheit und überhole schnell”. Ich beschleunigte ein wenig (ging eh den Berg runter) und wollte links vorbeifahren. Musste dazu ein paar Straßenbahnschienen überqueren. Und weils nass und rutschig war, bin ich genau da reingeraten und aufgrund der etwas schnelleren Fahrweise schön vom Fahrrad geschleudert worden. Bauch voran die Fahrbahn entlang. Aber ums kurz zu machen. Alles was ich habe ist ein mordsmäßiger blauer Fleck auf meinem Knie (der jeden Tag anders aussieht
), einen kleinen blauen Fleck auf der Brust und sonst nichts. Ach ja und mein Fahrrad fängt langsam an ein wenig zu schlingern, das muss ich mal beim Fahrradladen durchchecken lassen. Allerdings erst, wenn am 01. wieder Geld auf dem Konto ist.
Aber über alle Straßenbahnschienen fahre ich jetzt sehr vorsichtig drüber
Oktober 28th, 2008
Wir waren mit der Gruppe vom Zeichenkurs beim Mittagessen. Fröhlich laufen wir zurück, durch das mir inzwischen sehr vertraute Augsburg. Vor uns laufen verschiedene andere Menschen. Ein Herr mittleren Alters dreht sich um und schaut nach der lärmenden sich vergnügt untehaltenden Gruppe, die sich ihm von hinten nähert. und mich trifft fast der Schlag. Völlig unerwartet muss ich bemerken, dass mein ehemaliger Biolehrer (und Konrektor unserer Schule) Herr N. da vor mir läuft. Wohl mit seinen Kindern und stolzer Besitzer einer Tüte der Augsburger Puppenkiste. Sieht lustig aus. Und ich glaube er hat immer noch den gleichen Mantel wie damals. Was noch wichtiger ist: Er hat mich nicht wiedererkannt. Obwohl sich gegen meinen Willen ein Riesengrinsen auf mein Gesicht schlich.
Das war so der letzte Ort an dem ich ein Wiedersehen erwartet hätte. Aber gut, ab jetzt halte ich am Wochenende Ausschau nach ehemaligen Lehrern. ich entkomme ihnen ja doch nicht *Verfolgungswahn bekomm*
Oktober 26th, 2008
Die meisten Menschen, die ein Organ erhalten, lernen ihre Spender/deren Angehörigen nie kennen (bei Lebendspenden von Vernwandten oder auch Freunden ist das was anderes).
Ich weiß ein paar nähere Details zu meinem damaligen Spender, habe aber schon vor längerem entschieden, dass ich nicht versuchen werde mehr herauszufinden. Hauptgrund ist, dass mein Spender als Kind verstorben ist (ich war ja auch erst 7 bei der Transplantation). Ich möchte nicht alles aufwühlen, sollte ich die Eltern tatsächlich finden und sollten sie mit dem Tod ihres Sohnes abgeschlossen haben. Ich möchte nicht die sein, die da alte Wunden aufreißt und noch dazu habe ich Angst davor, dass sie ihre damalige Entscheidung vielleicht bereuen.
Und so habe ich mit Freude ein Angebot wahrgenommen, dass auf der Seite Dank dem Organspender zu finden ist. Dort kann man , weitgehend anonym, seine eigene Dankrede oder auch einfach nur seine Gedanken dazu schreiben. Das können stellvertretend dann alle lesen. Auch Eltern oder Angehörige von Spendern.
Ich hoffe so auch einfach die Dankbarkeit, die ich für das alles empfinde, weitergeben zu können und vielleicht irgendwie auch (m)eine Spenderfamilie zu erreichen, die sich dann noch sicherer sind, dass sie damals die richtige Entscheidung getroffen haben.
Oktober 25th, 2008
Ich hatte in meiner Schulzeit 9 Jahre lang Kunst als Hauptfach. Ein grioßteil der Extra-Zeit, die wir dafür hatten, beschäftigte sich mit der Theorie in der Kunst (Epochen und Bildbetrachtungen/ -interpretationen). Trotzdem haben wir mehr gemalt, als normale Kunstkurse (und gezeichnet, modelliert, gebaut, entworfen).
Jetzt nach 3 Jahren Studium in dem weitestgehend Theorie, Mathematik und unsagbar viele Modelle der Hauptinhalt sind, fehlt mir doch das Kreative (was ich gegen Ende der Schulzeit nie geglaubt hätte, weil mir furchtbare Lehrer komplett den Spaß an Kunst genommen hatten). Ich habe also versucht mit Skizzenbüchern und Lehrbüchern wieder ein bisschenw as anzufangen, aber wirklich weit bin ich nicht gekommen. Trotz den 9 Jahren Kunst fehlt es mir an Grundlagen. Grundlagen, die von mir beobachteten Formen, wenigstens ansatzweise aufs Papier zu bringen.
Was macht also der moderne Mensch? Genau, er meldet sich bei der Volkshochschule für einen Kurs an. Und während ihr das hier noch lest, sitze ich in der Augsburger vhs und zeichne gerade fleißig. Hoffen wir, dass das erfolgreich wird. Ich freu mich!
Oktober 24th, 2008
Vor laaaaaanger laaaaaaanger Zeit gab es mal eine Phase in der ich öfter Horrorfilme ausgeliehen und diese zusammen mit meinem Bruder angeschaut habe.
Einer war da dabei, der mir bis heute noch im Gedächtnis geblieben hat. Immerhin hat der dafür gesorgt, dass ich es nachts grundsätzlich vermeide in Spiegel zu schauen (ich weiß, dass ich eine Memme bin, das will ich an dieser Stelle nicht hören
). Into the mirror hieß der und die Story im Groben: Ex-Polizist, in dessen Vergangenheit irgendwas tragisches war, leitet den Sicherheitsdienst in einem neuen Kaufhaus, das bald eröffnet werden soll. So nach und nach ereignen sich dabei sehr tragische und durchaus horrormäßig-gruselige Todesfälle, die er natürlich versucht aufzuklären.
Diese gruseligen Todesfälle haben natürlich mit Spiegeln zu tun.
Jetzt war ich neulich mit Freundin Ch. im Kino (wir haben Das Lächeln der Sterne geschaut) und als wir wieder rausgingen fielen mir einige große Plakate auf, Titel: Mirrors
Urplötzlich fühlte ich mich an diesen damaligen Horrofilm zurückerinnert und lief hin um rauszufinden, was die Storry von Mirrors ist (auf den Plakaten war lediglich zu sehen, dass Kiefer Sutherland Hauptdarsteller ist). Und bingo. Exakt diese schöne japanische Filmstory US-amerikanisch aufbereitet (wie ja u.a. bei The Ring auch schon geschehen).
Und jetzt fühle ich mich richtig toll Anti-Mainstream, weil ich das japanische Original vor der Ami-Version gesehen habe!
Oktober 23rd, 2008
Die Uni hat wieder begonnen und ich hab meine erste Woche hinter mir. Da ich mittlerweile im 7. Semester bin, kommt einem der Ablauf ziemlich ähnlich vor. Deswegen eine Analyse:
- Die erste Woche ist immer die vollste. Der Campus scheint voll von Studenten, die Hörsäle sind überfüllt, die Leute sitzen auf dem Boden, stehen am Rand und im Gang. Blöd, wenn es eine Vorlesung ist, wo der Dozent kein Mikro hat (auf Gendering wird aufgrund der einfacheren Lesbarkeit verzichtet). Das ist aber in der zweiten Woche schlagartig vorbei. Erstaunlich viele stellen fest, dass sie ohne Vorlesung besser lernen können (ich für meinen Teil brauche die Vorlesung). Und außerdem ist es in der ersten Woche ganz normal wesentlich mehr Vorlesungen zu besuchen als man am Ende auch schreiben kann. Einfach um mal reinzuschnuppern oder die zu große Auswahl zu beschränken, indem man reinhört was Thema ist und wie sich der Dozent gibt.
- Es ist sehr unterschiedlich, wie einen die Professoren/Dozenten willkommen heißen (wobei folgendes Verhalten v.a. bei Profs zu beobachten ist). Die erste Vorlesung ist, wie oben schon beiläufig erwähnt, immer sehr voll. Und es gibt zwei Typen von Reaktionen da drauf.
- Typ I: “Willkommen liebe Studenten. Wie ich sehe ist der Hörsaal sehr voll. Das freut mich, dass sie alle soviel Interesse an meinem Fach zeigen. Dann möchte ich mal hoffen sie nicht zu enttäuschen und für meinen Stoff zu begeistern.” Da fühlt man sich als Student wirklich wohl, selbst wenn der Stoff einen nicht die Bohne interessiert und man nur drin sitzt, weil es eine Pflichtvorlesung ist.
- Typ II: “Willkommen. Ah ja, wie ich sehe ist es ganz schön voll. Erstaunlich. Dann werde ich mal zusehen, dass wir das dezimieren. Das sind mir zu viele, mal schauen wer von ihnen klug genug ist um mitzukommen, die [Anm. der Red.: faulen, dummen, nervigen] Anderen bitte ich möglichst bald aufzugeben, damit ich mein Niveau denen angleichen kann, die besser sind als der Rest.” Unnötig zu sagen, dass mir immer wieder beide Typen unterkommen, aber Typ I eindeutig mein Favorit ist (habe besagte Vorlesung übrigens verlassen).
Und so schleicht sich langsam wieder der Alltag ein, die Vorlesungen leeren sich und die Profs finden es schade/freuen sich, dass sie jetzt weniger interessierte Studenten da sitzen haben.
Oktober 8th, 2008
An langweiligen Abenden vor dem Computer kommt man auf allerhand blöde Ideen.
Und so habe ich heute mal die “Fußweg”-Funktion von google maps ausprobiert.
Wer davon noch nichts gehört hat, der braucht sich nicht wundern, das scheint noch ziemlich neu zu sein. google maps hat eine, wie ich finde, sehr gute Routenplanerfunktion. Offenbar erweitern sie diese jetzt um die Fußweg-Funktion. Keine schlechte Idee. Und so habe ich mir den Weg mal als Fußweg anzeigen lassen. Raus kam folgendes:
Größere Kartenansicht
Es gibt zwar auch die Hinweismeldung: “Die Routenplanung für Fußgänger ist noch im Beta-Stadium.
Seien Sie vorsichtig! – Auf dieser Route gibt es möglicherweise keine Bürgersteige oder Fußwege.” – aber mal ehrlich, wer liest schon Hinweismeldungen.
Das erklärt dann auch die ganzen Fußgänger, die hierzulande auf Autobahnen und Bundesstraße unterwegs sind. Und wenn der nette Wachtmeister einen dann dort anhält und fragt was man dort zu suchen hat, kann man getrost antworten: “Google hat gesagt, dass ich hier lang soll.” Das stößt sicher auf viel Verständnis